Der galvanische Strom bzw. Gleichstrom trägt den Namen seines Entdeckers Luigi Galvani, der ihn bereits sehr früh anhand des Zuckens von Froschmuskeln beschrieben hat.

Galvani legte damit den Grundstein für jegliche Erforschung des Stromes und seiner Wirkung inner- und außerhalb von biologischen Systemen.




Die Geschichte der Galvano-Therapie begann bereits im 19. Jahrhundert. Ein Bauer mit einem Plattenepithelkarzinom an der Unterlippe wurde bei der Feldarbeit von einem Blitz getroffen. Er überlebte diesen Blitzschlag, und kurz darauf berichtete ein Arzt am 10. Januar 1880 von der vollständigen Ausheilung des Karzinoms.

Viele wissenschaftliche Arbeiten wurden bereits im 19. Jahrhundert geschrieben und veröffentlicht.




Krebszellen unterscheiden sich von gesunden Zellen vor allem durch das hemmungslose Wachstum, das Befallen benachbarter Organe und die Ausbildung von Metastasen.

Die Galvano-Therapie ist eine minimalinvasive, organerhaltende und ambulant durchführbare Tumortherapie. Minimalinvasiv, weil kein größerer Eingriff notwendig ist, organerhaltend, weil das betroffene Organ erhalten bleibt, und ambulant durchführbar, weil kein stationärer Aufenthalt erforderlich ist.

Bei der Galvano-Therapie wird Gleichstrom durch feine, speziell entwickelte Nadelelektroden direkt in den Tumor eingebracht. Dieser Strom bahnt sich auf Grund der speziellen Eigenschaften von Tumorzellen – ihr elektrischer Widerstand ist geringer als der von gesunden Zellen – den Weg nahezu ausschließlich durch die Tumorzellen. Es kommt somit zu einem Elektronenfluss und einem Spannungsfeld im Tumor selbst.

Dieser Strom wird präzise durch hochentwickeltes elektronisches Equipment gesteuert.




Die Wirkung der Galvano-Therapie ergibt sich vor allem aus dem Zusammenspiel folgender Effekte:

Die Elektrolyse ist zweifelsfrei einer der wichtigsten Effekte dieser Therapieform. Es entsteht ein Spannungsfeld direkt im Tumor. Durch die beiden Pole, also Plus- und Minuspol, kommt es zu einer Polarisation der Ionen. Es werden die positiv geladenen Na⁺-Ionen zur Kathode und die negativ geladenen Cl⁻- Ionen zur Anode gezogen.

Am jeweiligen Pol entsteht unter Reaktion der Ionen mit Zellwasser Natronlauge bzw. Salzsäure. So wird erreicht, dass sich der Tumor um die Elektrode herum durch die Säure oder Base auflöst. Es entstehen Kolliquations- bzw. Koagulationsnekrosen. Dies geschieht maximal in einem Radius von 1,5 cm um die Elektroden.

Hier ist vor allem zu beachten, dass der Zeitfaktor eine erhebliche Rolle spielt: Eine entsprechend große Wirkung wird erreicht, wenn dem Patienten über mehrere Stunden eine entsprechende Strommenge verabreicht wird.

Die zersetzen Tumorbestandteile werden vom stimulierten körpereigenen Immunsystem demaskiert und abgebaut. Die Gewebedefekte werden mit Narbengewebe ausgeglichen.


Nach oben